Wo beginnen?

Wo beginnen?

Auf dem Territorium jeder Kreisstadt dürfte es zwei oder drei Gedenkorte an die sozialdemokratische und Arbeiterbewegung aus den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg geben. Das örtliche Volkshaus oder Arbeiterheim, ein Kneipen- oder Gaststättensaal, in dem sich die Sozialdemokraten trafen. Häufig wird es ein Saal in einem Gasthof außerhalb des Stadtzentrums sein, jenseits des Flusses oder im Waldpark. Und zwar deshalb, weil es in den Stadtzentren mehr Polizeikontrollen gab und Arbeiter eher am Stadtrand wohnten – bei den Fabriken.

Wahrscheinlich haben auch in Ihrer Stadt Sozialdemokraten Zeitungen herausgegeben, irgendwo hatten diese ihre Redaktionen. Möglicherweise im Volkshaus, vielleicht aber auch nicht. Es ist auch gut zu wissen, dass nicht nur Sozial- sondern auch Christdemokraten (KDU-ČSL) Volkshäuser eröffneten. Deshalb ist nicht jedes Volkshaus ein Ort der Erinnerung an die sozialdemokratische Bewegung.

Wahrscheinlich wirkte auch in Ihrer Stadt eine Zweigstelle der sozialdemokratischen Großeinkaufsgenossenschaft. Und diese gab ihre Jahresberichte heraus und warb in der Lokalpresse vermutlich unter Angabe ihrer Adresse mit einem Inserat.

Höchstwahrscheinlich ist in Ihrer Stadt in der Ersten oder Dritten Republik irgendein Sozialdemokrat in den Stadtrat oder gar zum Bürgermeister gewählt worden, und vielleicht können Sie herausfinden, wo er gewohnt hat, gegebenenfalls wo er beerdigt wurde.

Der Gesamtkatalog der Tschechischen Republik erfasst Dutzende sozialdemokratischer Zeitungen mit nationalem und regionalem Verbreitungsgebiet: Budujeme (Wir bauen auf) und Český Cheb (Tschechisches Eger) für das westliche Nachkriegsböhmen, Hlasy ze severu (Stimmen aus dem Norden) und Obzor českého východu (Rundschau des tschechischen Ostens) für Nord- und Ostböhmen vor dem Ersten Weltkrieg, Západočeského posla lidu (Westböhmischer Volksbote) noch aus dem 19. Jahrhundert. All diese Zeitungen hatten irgendwo ihre Redaktionen und auf ihren Seiten finden Sie sicher Einladungen zu Parteiversammlungen und öffentlichen Veranstaltungen mit der entsprechenden Adresse.

Wenn irgendwo sozialdemokratische Vereine existierten, finden Sie möglicherweise Spuren davon im örtlichen Archiv. Städtische Infoblätter, die oft ihre historische Rubrik haben, können oft zum Ausgangspunkt der Recherche gemacht werden, oder Internetseiten für Architekturinteressierte – z. B. etwa die Internetenzyklopädie Rokycan (Rokytzan).

Eine wertvolle Hilfe können Diplom- und Examensarbeiten von Hochschulstudenten sein. Eine Reihe davon sind heute unter anderem über die Webseite Theses zugänglich oder etwa über die Internetseiten der Brünner Masaryk-Universität (hier) oder die Prager Karls-Universität (hier).

Wir freuen uns sehr auf Ihre Mitarbeit, sei es durch Nutzung des Formulars auf dieser Seite oder über die E-Mail-Adresse historie[o]masarykovaakademie.cz. Zur Erstellung eines Eintrages auf der Webseite lidovedomy.cz ist wenigstens eine Fotografie des Ortes notwendig (es können aber auch zwei oder drei sein) und eine Überschrift, welche die historische Bedeutung des Ortes für die sozialdemokratische oder die Arbeiterbewegung erfasst, sowie eine Beschreibung im Umfang von drei bis zehn Sätzen.

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